Der im Rahmen des Insolvenzverfahrens für
die Cinterion Wireless Modules Holding GmbH vom Insolvenzverwalter Dr.
Michael Jaffé durchgeführte internationale Bieterprozess ist
jetzt erfolgreich abgeschlossen worden: Für rund 163 Mio. Euro übernimmt
der an der Euronext notierte französische Technologie-Konzern Gemalto
die von der Holding gehaltenen Anteile an der operativen Tochtergesellschaft
Cinterion Wireless Modules GmbH, Marken sowie Anteile an Tochtergesellschaften
im Ausland.
Die Transaktion konnte heute nach dem Erhalt der erforderlichen deutschen
Kartellfreigabe und der Erfüllung aller weiteren vereinbarten Bedingungen
vollzogen werden. Nur vier Wochen nach einer über 13stündigen
Gläubigerversammlung, bei der verschiedene Bieter ihre Angebote unterbreitet
hatten.
„Der internationale Bieterwettbewerb hat aus unserer Sicht ein
außerordentlich positives Ergebnis erbracht. Mit dem erzielten Kaufpreis
erreichen wir nicht nur für die Insolvenzgläubiger eine volle
Befriedigung ihrer Ansprüche, sondern können darüber hinaus
auch noch nachrangige Forderungen in voraussichtlich signifikanter Höhe
bedienen“, so Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé. „Mit
dem Gemalto-Konzern als finanzstarkem, profitablem Technologiekonzern
an der Seite kann die Cinterion-Gruppe zudem ihr Geschäft erfolgreich
weiterentwickeln. Damit werden mehrere Hundert Arbeitsplätze bei
Cinterion und seinen Zuliefern dauerhaft gesichert.“
Cinterion Wireless Modules ist ein weltweit führender Lieferant
von M2M-Mobilfunk-Modulen und bei seinen Kunden aus der Industrie und
dem Telekommunikationsbereich, anerkannt für seine innovativen und
zuverlässigen Entwicklungen. Mit 335 Mitarbeitern setzte Cinterion 2009 rund 145 Mio.
Euro um. Hauptstandorte des Unternehmens, das bis 2008 zum Siemens-Konzern
gehörte, sind München und Berlin.
Mehrere Angebote – Höchster Kaufpreis und langfristiges strategisches
Interesse entscheidend
Die Cinterion Wireless Modules Holding GmbH hatte am 22. März 2010
Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht München bestellte daraufhin
Dr. Michael Jaffé zum Insolvenzverwalter. Das Vermögen der
Holding bestand im Wesentlichen aus den Anteilen an der Cinterion Wireless
Modules GmbH, den Marken sowie Anteilen an ausländischen Konzerngesellschaften,
die nicht von der Insolvenz betroffen waren.
Zur bestmöglichen Verwertung des Vermögens der Cinterion Wireless
Modules Holding GmbH initiierte Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé
einen internationalen Investorenprozess. Dabei haben zum einen Finanzgläubiger
ein eigenes Angebot zur Übernahme des operativen Unternehmens vorgelegt.
Zum anderen bemühten sich Altgesellschafter mit einem strategischen
Investor, eine Insolvenzplanlösung zu erstellen. Nach mehrmonatigen,
höchst komplexen Verhandlungen mit Gesellschaftern, Gläubigern
und Investoren konnte die Gläubigerversammlung unter mehreren teilweise
noch während der Sitzung erhöhten Angeboten wählen. Den
Zuschlag erhielt mit dem Gemalto-Konzern schließlich der Bieter
mit dem höchsten Bar- Kaufpreisangebot und einem langfristigen, strategischen
Interesse.
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